Gitterstunde oder Knast life

Die Gitterstunde ist eine weitere ambulante sozialpädagogische Maßnahme und dient als „Schnupperkurs Knast“.

Sie wird bei Jugendlichen und Heranwachsenden zwischen 14 bis 21 Jahren bei Straftaten im Bereich der unteren Deliktschwere verhängt. Die Maßnahme wird in Kooperation mit der Offenen Vollzugsanstalt (Freigängerhaus der JVA Trier) in Saarburg an einem Nachmittag/Abend durchgeführt. An dieser können vier bis fünf junge Menschen teilnehmen, die von einer Betreuungsperson begleitet werden. Darüber hinaus nehmen die Sozialarbeiterin der JVA, ein Inhaftierter sowie ein Justizbeschäftigter an der Maßnahme teil, um Fragen beantworten und den Alltag im Gefängnis bzw. Jugendarrest darstellen zu können.

Die Gitterstunde soll einen sensibilisierenden Charakter haben und den jungen Menschen nahebringen, welche Konsequenzen und Zukunft bei weiteren Straftaten auf sie zukommen können. Hauptbestandteile sind hier der pädagogische Austausch im Gruppengespräch mit einem Inhaftierten sowie der Einschluss in eine Arrestzelle, um zumindest kurzzeitig die Wirkung eines Freiheitsentzugs persönlich erleben zu können. Durch diese Maßnahme sollen die jungen Menschen mit dem Haftalltag sowie ihrer bisherigen Lebensweise konfrontiert werden und ihr eigenes Verhalten kritisch hinterfragen.